
HIGHLANDGAMES 2026
Mit Kilt, Kraft und Kondition
Die Laudenberger Highland-Games waren wieder eine Riesengaudi – Fröhliche Wettkämpfe bei hochsommerlichen Temperaturen
Von Uwe Köbler RNZ
Laudenberg. Ob sich die echten schottischen Highlander auch mal mit Temperaturen um die 30 Grad und strahlendem Sonnenschein herumschlagen, ist nicht bekannt. In Laudenberg mussten es die Odenwälder Highlander am Pfingstsonntag bei der 18. Auflage der Laudenberger Highland-Games allerdings tun. Doch eines vorweg: Den Teilnehmern und den Teilnehmerinnen schienen die Temperaturen nichts auszumachen.
Mit Ehrgeiz und vor allem mit ganz viel Spaß traten die 16 gemeldeten Teams (mehr geht trotz Anfragen aufgrund des organisatorischen Ablaufs nicht) in diversen Disziplinen, in denen Kraft, Technik und Geschick gefordert waren, gegeneinander an. „Trinkt viel bei diesem Wetter“, rief Dominic Müller vom Vorstandsteam des ausrichtenden FV Laudenberg schon zur Begrüßung den 13 Männer- und drei Frauenteams zu.
Wie gut die Stimmung unter den Rock- – sorry – Kilt-Trägern war, zeigte sich schon, als Müller die Teams (die „Lembocher Highländer“ kamen sogar zu Pferde) und deren teilweise kuriose Namen vorstellte. In der Damenwertung spielten die „Drama Queens“, die „Hot Shots“ und das „Team Bravehearts“, während sich im männlichen Teilnehmerfeld Gruppen wie die „Ranzengarde“, „Hoch und Weit“, „Timberjacks“ oder „Heute Kantine?“, „Rote Laterne“ und „Gegen uns hätten wir auch gewonnen“ tummelten. Fantasie war also Trumpf bei den Namensgebern, und mit viel Fantasie hatten die Laudenberger auch wieder die Spiele für die schottische Olympiade zusammengestellt.
Überhaupt muss man die Organisation rund um die Highland-Games loben. Die einzelnen Spielflächen, auf denen parallel gerannt, geworfen und balanciert wurde, waren klar abgegrenzt, und zwischendrin gab es genügend Schattenplätze und bewirtete Sitzgelegenheiten für die Fans und Zuschauer, die ihren Spaß hatten. Ein Festzelt lud zum Verweilen ein, und die Terrasse des Sportheims war eine große Kaffeebar mit Kuchenbuffet und Erdbeerbowle. Es fehlte an nichts, Bedienungs- und Standpersonal gab’s genug, und so zeigte sich wieder mal: Der FV Laudenberg weiß einfach, wie feiern geht. Und als es am Nachmittag mal kurzzeitig einen Wassermangel (nicht bei den Spielen, sondern am Getränkestand) gab, wurde auch schnell für ausreichend Nachschub gesorgt.
Auf dem Sportplatz wurde Wasser vor allem für das Spiel Wasserwanderer gebraucht, wo es galt, Wasser in Holzrinnen über eine gewisse Distanz zu transportieren. Da waren Schnelligkeit und Technik gefragt, genau wie beim Spiel „Fang das Ding“, wo es galt, einen Ball über ein Hindernis zu werfen und dann zu fangen. Teilweise brachte das die Highlander und Highlanderinnen kräftemäßig an ihre Grenzen, genau wie das Weinfassrollen, wo sich manche Kurve als tückisch erwies. „Auf die Kondition achten“, warf da Limbachs Bürgermeisterstellvertreter Chris Neumann mal lautstark ein, der zum Team der „Lembocher Highländer“ gehörte.
Gefühl für einen Bierkrug beziehungsweise Sudhaffe war notwendig, als es galt, diesen bis möglichst direkt an den Rand des Tischs zu platzieren. Fiel er runter, gab’s Strafpunkte. Gleiches auch beim Staffellauf mit einer Kugel, die auf einem Holzbrett balanciert werden musste. Strohballen etc. durften da kein Hindernis sein. Kraft, Geschick und Taktik erforderte die Station mit dem geheimnisvollen Namen „Das große A“. Ein Spieler stand auf den zu einem A zusammennagelten Holzstämmen und musste sich mit Unterstützung seiner Kameraden, die an Seilen das Konstrukt stabilisierten, fortbewegen. Anstrengend, aber für die Zuschauer eine Gaudi, mit welcher Taktik die Teams rangingen.
Spektakulär und viel beachtet war das Baumstammwerfen. Hier galt es, mit viel Kraft und etwas Geschick einen Baumstamm in Längsrichtung so zu stoßen, dass er sich mindestens einmal überschlägt. Sieben Meter, so war des Öfteren zu hören, sollen es schon sein. Wenn nicht, tat das aber der Stimmung innerhalb der Teams keinen Abbruch, denn wie sagte es Teilnehmer David Blaschzok: „Wir senn doch do, um Spaß zu hewwe.“
Und den hatten Aktive und Zuschauer allemal, und so durften die Verantwortlichen bei der abendlichen Siegerehrung ein positives Fazit ziehen: Die Spielideen wurden toll umgesetzt, die Helfer machten beste Arbeit, und Laudenberg zeigte sich von seiner besten Seite. Entstanden, so erklärte Dominic Müller übrigens, ist das Ganze aus der Idee heraus, ein Event zugunsten der Mannschaftskasse der FVL-Fußballer zu veranstalten.
Trotz aller Gaudi gab es am Ende natürlich auch ein Ranking. Bei den Damen siegten die „Drama Queens“ aus Mudau vor den gastgebenden „Hot Shots“ und dem „Team Bravehearts“. Bei den männlichen „Hobby-Schotten“ waren die „Schweinesäue“ aus Widdern nicht zu schlagen, das Team „HPC“ aus Waldhausen und das Team „Breznak“ aus Buchen folgte auf den Plätzen.








